Bestattungsformen

Grundlegend unterscheiden wir zwischen einer Erd- und Feuerbestattung.

Erdbestattung

Bestattungsanlagen (Friedhöfe sowie Begräbnisstätten, z. B. Beisetzungskapellen) müssen von der Bezirksverwaltungbehörde genehmigt sein und regelmäßig überprüft werden. Friedhöfe befinden sich im Besitz der Gemeinden oder anerkannter Religionsgemeinschaften und werden von diesen verwaltet. Bestattungsanlagen sind häufig Privatbesitz. Für Friedhöfe gilt eine eigene Friedhofsverordnung.

Die Erdbestattung kann in verschiedenen Grabarten erfolgen: Einzel-, und Familiengräber, Grüfte u.a. Die Ruhefristen unterliegen der Friedhofsordnung.

Bei der Errichtung der Grabstätte müssen die Bestimmungen der Friedhofsordnung berücksichtigt werden, meist ist die Genehmigung der Friedhofsverwaltung – mit Planvorlage – einzuholen.

Feuerbestattung

Die röm.-kath. Kirche hat als Folge der Beschlüsse des II. Vatikanischen Konzils den Begräbnisritus für Erd- und Feuerbestattungen gleichgestellt.

Feuerbestattungen dürfen nur in genehmigten Krematorien und nur mit Särgen stattfinden. Sargbeigaben, Bekleidung, die bei der Verbrennung die Umwelt oder die Einäscherungsanlage schädigen, sind nicht erlaubt.

Jedem Sarg wird eine nicht brennbare nummerierte Platte beigelegt. Ebenso besteht die Bestimmung, dass jeweils nur die Kremation eines/einer Verstorbenen in einer Einäscherungskammer erfolgen darf.

Zur Aufnahme der Asche dient ein gesetzlich definiertes Behältnis, die Aschenkapsel/Urne. Diese ist so zu kennzeichnen, dass sichergestellt ist, wessen Aschenreste sich in der Urne befinden. Das Vermischen von Aschenresten mehrerer Verstorbener ist verboten. Um die Aschenkapsel zu schützen ist es sinnvoll, ein zweites Behältnis zu bestellen. Im Sprachgebrauch spricht man einfach von „der Urne“. Urnen sind auf einem Friedhof, einem Urnenhain oder mit Bewilligung der Gemeinde an einem anderen Ort (wenn dies nicht gegen Anstand und gute Sitten verstößt) zu verwahren.

Sonderbestattungen

Diese ist eine Form der Feuerbestattung. Die Urne wird in der Ostsee, Nordsee oder in der Adria dem Meer übergeben. Die Seebestattung muss behördlich genehmigt werden.

Es besteht die Möglichkeit dieser Urnenbesetzung auf See beizuwohnen, die Beisetzungsstelle wird beurkundet.

Ein Diamant aus der Asche des Verstorbenen

Die Diamantbestattung setzt eine Kremierung (Einäscherung) des Verstorbenen voraus.

Kremationsasche besteht zu ca. 30% aus Kohlenstoff. Der Kohlenstoff liegt zum Großteil in Verbindungen vor. Aus den durchschnittlich ca. 2 Kg. Kremationsasche eines Menschen können auf Wunsch mehrere Diamanten gefertigt werden. Da nicht die gesamte Asche zur Fertigung eines Diamanten benötigt wird, kann die verbleibende Asche auf herkömmliche Art beigesetzt werden. Alternativ dazu kann die Asche aber auch im Trennungsverfahren komplett in den gasförmigen Zustand gebracht und in die Luft entlassen werden. Durch ein spezielles Trennungsverfahren wird der Kohlenstoff aus der Asche gelöst und in einem weiteren Schritt werden die natürlichen Entstehungsbedingungen von Diamanten simuliert. Unter enorm hohem Druck von 50000 bis 60000 Bar und einer Temperatur von 1500 bis 1700 Grad beginnt sich das Karbon zu verflüssigen und seine Struktur (d. h. den atomaren Aufbau) zu verändern. Über einen Zeitraum von vier bis acht Wochen beginnen aus dem ursprünglichen „hexagonalen“ Karbon „oktogonale“ Diamant-Kristalle – im wahrsten Sinn des Wortes – „zu wachsen“. Je nach Fertigungsverfahren müssen dem Kohlenstoff Zusätze beigemischt werden. Dies trifft jedoch nicht auf alle Hersteller zu. Durch einen entsprechenden Schliff entsteht dann ein Erinnerungsdiamant, aus den sterblichen Überresten des geliebten Verstorbenen. Dabei sind verschiedene Schliffarten möglich.

Die Diamantbestattung gilt in verschiedenen Ländern als anerkannte Bestattungsart.

Bei der Diamantbestattung empfiehlt sich zu Lebzeiten eine Bestattungsverfügung zu verfassen.

Über diese und andere Sonderbestattungsarten (Weltraum-, Naturbestattung u.ä.) beraten wir Sie gerne.